DIALOG: VALERIE KRAUSE FRIEDRICH MEYER
Die Galerie SHI FANG Fine Art in Düsseldorf lädt am 24.
Januar 2015 von 16:00 bis 18:00 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung DIALOG:Valerie Krause Friedrich Meyer ein.
Die als Dialog entworfene Ausstellung der Künstler Valerie Krause und Friedrich Meyer findet unter besonderen Vorzeichen statt: Die in Düsseldorf arbeitende Künstlerin Valerie Krause hat, bevor sie ihr Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf begonnen hat, ihre Steinmetzausbildung bei Friedrich Meyer gemacht. In der Ausstellung treten die beiden Künstler, die auch Lehrer und Schülerin sind, in einen Dialog, der es ermöglicht Spuren der gegenseitigen Beeinflussung nachzuvollziehen, aber vor allem durch die unterschiedliche Ästhetik und Arbeitsweise der Künstler einen diskursiven Charakter erhält und so einen Ansatz bietet, über Konzepte von Dynamik, Struktur und Raum in der bildhauerischen und skulpturalen Arbeit zu reflektieren.
Bevor Valerie Krause (geboren 1976) ihr Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf begonnen hat, welches sie in der Klasse von Didier Vermeiren abschloss, hat sie eine Steinmetzausbildung bei Friedrich Meyer gemacht. Zur Zeit arbeitet sie in ihrer persönlichen Arbeit jedoch nicht mehr klassisch bildhauerisch in Stein, sondern mit häufig amorph wirkenden Skulpturen aus verschiedenen Materialien. Im Rahmen der Ausstellung zeigt sie mehrere Plastiken,
Skulpturen und Fotografien. Die Materialien die Valerie Krause für ihre Skulpturen und Plastiken benutzt, präfigurieren die Anmutung der Arbeiten: Sie bestehen aus Materialien die sie plastisch formt und anschließend erstarren lässt. Dabei geht es um die Übertragung von begrifflichen Konzepten in sinnlich erfahrbare Arbeiten, aber auch um das Verkehren von ästhetischen Grundannahmen. Die Arbeiten von Valerie Krause wirken leicht und schwebend, sie stehen dabei im Kontrast zu den oftmals sehr massiven Materialien.
Die Arbeiten stellen geronnene Bewegung dar, Momente der Übertragung und Wirkung von Kräften. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Valerie Krause ergänzend zu ihrer plastischen und skulpturalen Arbeit auch fotografisch arbeitet.
Die gezeigten Fotografien wurden mit Ausschnitten versehen, wodurch die Abgrenzung der Fotografie zum Raum durchbrochen scheint. Dabei stehen sie in einem reizvollen Kontrast zu den Arbeiten von Friedrich Meyer, dessen abgeschlossen wirkende Steine durch die offene Struktur der Arbeiten von Valerie Krause umspielt werden. Die beiden Positionen ergänzen sich, ohne dass es zu Auslöschungen kommt.
Friedrich Meyer (geboren 1939) hat nicht an einer Kunsthochschule studiert, er ist Steinmetz-Meister, seine Arbeit überschreitet jedoch die Grenze vom reinen Handwerk zur Kunst. Sein Werk ist vielfältig und den Hauptbestandteil bilden Grabsteine, die er im Kundenauftrag fertigt, dabei arbeitet Meyer jedoch immer mit künstlerischem Anspruch. Er sieht sich nicht als Produzent einer Ware, sondern als Erzähler der Geschichte seiner Kunden. Neben den Grabsteinen entstehen in seiner Werkstatt freie Arbeiten, wie die gezeigten Monolithen aus schwarzem Granit. Die Steine die Friedrich Meyer bearbeitet, wählt er nach ihrer natürlichen Form aus, um sie dann vor allem mit verschiedenen Handwerkzeugen zu bearbeiten. Durch die Arbeit des Künstlers werden die Steine aus dem Narrativ der Natürlichkeit enthoben und gewissermaßen kultiviert und in eine abgeschlossene und pure Form überführt. Dadurch erhalten sie eine ikonische Präsenz, die durch die glatten Oberflächen und die Schwere der Steine verstärkt wird. Lässt man sich auf eine nähere Betrachtung ein, fällt auf, wie fein die Steine bearbeitet wurden. Die Oberflächen wirken bewegt, wodurch die Steinquader eine fast fließende Anmutung bekommen, die im Gegensatz zu ihrer Materialität steht und somit eine Spannung erzeugt, die fast an klassische Musik erinnert.