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12.05.2011 – 11.06.2011

Solitude - Alltäglich

»SOLITUDE-ALLTÄGLICH«

In den Fotoserien, die sie seit ihrer ersten Ausstellung im Jahr 2002 der Öffentlichkeit präsentiert hat, zeigt Roselyne Titaud, dass private Räume, Wohnzimmer und Schlafzimmer mehr sind, als nur funktionale Lebensräume: Es geht ihr vor allem darum, die poetische Dimension der Inszenierungen, die sie beobachtet, sichtbar zu machen und ihr eine adäquate Bildersprache zu verleihen. In ihren bisherigen Arbeiten befasste sich Roselyne Titaud vorwiegend mit Räumen, die erstarrt zu sein schienen, Eingangshallen, Wohn- und Schlafzimmer von Menschen, die mit der Inszenierung ihrer Privatheit eine Art von Stillstand erreicht hatten. »In all diesen Bildern«, so Roselyne Titaud über ihre eigene Arbeit, »geht es um Unzeitlichkeit, oder viel eher noch um ein Zusammenrinnen der Zeit, einer Zeit, die sich selbst gehört, von dem Moment an, wo ich sie fotografiere. Meine Sujets haben nichts mit dem Augenblick zu tun, sie erzählen von etwas anderem, von etwas, das angehalten wurde, nicht nur von der Fotografie, sondern auch schon in der Realität. Die Echtzeit will ich keineswegs gegen die Zeit der Fotografie austauschen. Die Zeit befindet sich bereits in diesem Wartezustand, wenn ich sie aufhalte, auch wenn die Aufnahme nur einen Augenblick dauert.«

Jean-Baptiste Joly