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27.01.2018 – 10.03.2018

Wahrscheinlichkeitswolken

Unmittelbar nach ihrer umfangreichen Solo-Ausstellung
‚Daseinsformen’ im Osthaus Museum Hagen präsentiert die
Galerie Judith Andreae mit ‚Wahrscheinlichkeitswolken’ die
erste Einzelausstellung von Birgitta Weimer. Neben Werken
wie den Wahrscheinlichkeitswolken (2017), die im Osthaus
Museum ausgestellt wurden, zeigt Birgitta Weimer eigens für
diese Ausstellung geschaffene neue Wandobjekte auf
Spiegeln, die Hyperobject Studies, sowie rot-transluzente
Objekte, nach der von Albert Einstein geprägten Bezeichnung
für das Phänomen der verschränkten Teilchen mit Spukhafte
Fernwirkung betitelt. Zu sehen sind außerdem die filigranen
Skulpturen unter Glasdomen, die Daseinsformen (2017),
Clouds (2011), Lackzeichnungen auf diversen Lagen von
Transparentpapier sowie die bekannten Messier-Objekte
(2012), die den Gewölbekeller in ein Sternenmeer
verwandeln.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen raumgreifende
Wandskulpturen – Gebilde aus schwarzen Kugeln, die an
Wolken erinnern. Diese wolkenähnlichen Konglomerate finden
ihre wesentliche Präsenz zudem durch Anbringung auf
Spiegelflächen, wodurch eine Vervielfältigung des Objekts
und des Ausstellungsraumes inszeniert wird. „Objects in
mirror are closer than they appear. This slogan is engraved
on every right side mirror of every American car. The mirror
itselfs has become part of my flesh. Or rather, I have become
part of the mirror’s flesh, reflecting hyperobjects
everywhere.“ (Timothy Morton) Dem Betrachter kommt dabei
eine besondere Rolle zu: Je nach Standort und
Betrachtungsposition kann er die Vervielfältigung von
Kunstwerk und Raum – zufällig oder bewusst – beeinflussen.

Es entwickelt sich ein virtuelles Set von Möglichkeiten und
daran anschließend von Wahrscheinlichkeiten. Mit der
Wahrscheinlichkeit als Maßeinheit zur Quantifizierung der
Sicherheit bzw. Unsicherheit eines Zufallsexperiments als
integraler Bestandteil der Kunstwerke schafft Birgitta Weimer
die Verflechtung von Kunst und Wissenschaft.

„Als visuelle Analogien sind die Werke Birgitta Weimers
immer auch Mischwesen, tragen hybride
Mischungsverhältnisse jenseits eindeutiger Wissensformen
namens ‚Wissenschaft’, ‚Natur’, ‚Technologie’ oder ähnlichem
aus. „Als Objekte mögen Birgitta Weimers Arbeiten schlicht
schöne Kunstwerke sein, als ‚Wesen der Fiktion’ erschüttern
sie unsere eingewohnten Ordnungen und Vermessungen der
Welt.“ (Nach Timo Skrandies).

Birgitta Weimer hatte in den letzten Jahren eine Vielzahl an
Museums- und Galerieausstellungen im In- und Ausland, wie
z.B. im Osthausmuseum Hagen, LVR Landesmuseum Bonn,
der Kunsthalle Mannheim und dem Flint Museum of Arts,
Michigan. Ebenso ist sie in vielen hochkarätigen Sammlungen
national und international vertreten, wie der Daimler Chrysler
Kunstsammlung Berlin, Madison Dearborn Inc. Chicago USA,
Museum Kulturspeicher Würzburg, Stiftung Wilhelm
Lehmbruck Museum Duisburg und dem Osthaus Museum
Hagen.