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16.03.2017 – 29.04.2017

BENJAMIN BADOCK »STAPEL UND HAUFEN«

Während eines Arbeitsstipendiums in Hanoi (Vietnam) 2014
besuchte Benjamin Badock Produktionsstätten internationaler
Konzerne. In den Sweatshops faszinierte ihn das direkte
Nebeneinander von Ordnung und Chaos: Einerseits die
glänzenden Produkte der globalen Ökonomie, andererseits
und dazu im Kontrast, die Schäden, welche diese Form von
Produktion an Mensch und Umwelt verursacht. Seine Arbeiten
sind die direkte visuelle Auseinandersetzung mit den Themen
Ordnungsstrukturen, Anhäufung, Überfluss und Chaos.

Auch mittels seiner Technik schlägt Benjamin Badock eine
Brücke zur thematischen Auseinandersetzung. Für seine
aktuellen Arbeiten allesamt Hochdrucke, Materialdrucke,
Monotypien sowie zum Teil Holzschnitte, greift er sowohl auf
eine umfassende Kenntnis seiner künstlerischen Praxis, als
auch auf deren „Produktionsreste“ zurück. Durch den freien
Umgang mit seinen Materialien nimmt er den klassischen
Hochdrucktechniken wie Linol- und Holzschnitt ihre
Schwerfälligkeit. Basieren Drucktechniken traditionell zu
einem großen Teil auf sorgfältiger Planung und technischer
Präzession, übernimmt bei Badock der Zufall und eine
malerische Herangehensweise eine wichtige Aufgabe.

Benjamin Badock wurde in den vergangenen Jahren mehrfach
für sein Werk und insbesondere für seinen unkonventionellen
und forschenden Umgang und Einsatz verschiedener
Drucktechniken ausgezeichnet. 2016 war Badock für den
renommierten norwegischen Queen »Sonja Print Award«
nominiert und wurde von der Massimo-Jury für ein
Bundesstipendium in der Cité des Arts in Paris ausgewählt,
das im Mai 2017 beginnt. 2014 erhielt er den »Sprengel-
Preis«, der mit einer Einzelausstellung im Sprengel Museum
in Hannover verbunden war.