Gan-Erdene TSEND: Landschaften
Die Bilder von Gan Erdene Tsend sind weit, tief und endlos.
Sie sind so, wie wir uns die mongolische Heimat des
Künstlers vorstellen: einsame, flache Landschaften ohne
Abwechslung ohne dramatische Ausblicke – spannungslos.
Für die klassische Landschaftsmalerei bieten sich nur
wenige Anreize: keine Bäume, keine Flüsse, kaum
Menschen, nur Wüste und Steppe. Dies ist keine Vorlage
für die europäische „heroische“ Landschaft. Aber die
ausgewogene Komposition von Vorder-, Mittel- und
Hintergrund als Grundlage einer ausgefeilten
Bilddramaturgie im Verhältnis zur Bildflächenordnung hat
seine Gültigkeit für zeitgenössische Künstler ohnehin
verloren. Was dann aber interessieren kann, ist die
Differenz von Bild und empirischer Wirklichkeit. Die Frage
aller gültigen Kunst muss also lauten: Was gibt es nur im
Bild? Wo unterscheidet sich das gemalte Bild von der – in
welcher Form auch immer – nur optisch wahrgenommenen
Wirklichkeit?