Heike Ruschmeyer | Spurensuche
Zum Auftakt des Kunstherbstes in der deutschen
Hauptstadt freuen wir uns sehr die Berliner Malerin Heike
Ruschmeyer zu ihrer vierten Einzelausstellung in der
EMERSON Gallery Berlin willkommen zu heißen.
Ruschmeyers Malerei wirkt wie eine Naturgewalt, konstant
bleibt nur die Wandlung. Seit Jahrzehnten erforscht die
Künstlerin mit ihrer Malerei den Tod und die Auswirkungen
der Gewalt in unserer Gesellschaft. Schon im Jahre 1993
machte Ruschmeyers Ausstellung Maßlose Zeit Furore in
der legendären Staatlichen Kunsthalle Berlin. Damals legte
sie den Tod und die Gewalt in über 100 großformatigen
Bildern mit grellen Farben und rasanten Kompositionen
offen. Seitdem dominieren in ihrer Malerei Serien zu den
Themen sexuelle Gewalt, Gewalt gegen Kinder und Suizid.
Beinah jede Serie zeigt auch eine neue Richtung in ihrer
Malweise: von der Dramaturgie der Jungen Wilden bis zu
ruhigen zurückgehaltenen Flächen in Grautönen.
In ihrer aktuellen Serie setzt sich Ruschmeyer mit
deutschen Tatorten des Terrors auseinander: von den
Attentaten der RAF vor über 30 Jahren bis hin zu den
Angriffen des Rechtsradikalismus im letzten Jahrzehnt.
Auch wenn es Darstellungen von Szenen der öffentlichen
Gewalt sind, wirken sie sehr intim. Betrachter, die damals
die Ereignisse miterlebt haben, werden von einer
„ungeheuren“ Nostalgie überwältigt, Jüngere dagegen
spüren die eingefrorene Geschichte ihrer Gesellschaft.
Heike Ruschmeyers Bilder strahlen eine unheimliche Stille
aus: die Stille des Nachdenkens, die Stille des Todes.
Die Ausstellung wird durch Ruschmeyers Beitrag zur
Editionstradition der EMERSON Gallery Berlin ergänzt –
exklusive, preiswerte Kunstwerke in einer limitierten
Auflage. Ruschmeyers Edition setzt ihre gelegentliche
Beschäftigung mit Text in der Malerei fort: Die neuen
Arbeiten basieren auf der Poesie von Alfred Lichtenstein im
Ersten Weltkrieg.