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07.02.2014 – 04.04.2014

Iris Musolf - Die Blaue Klinge

Vom 08. Februar bis zum 04. April 2014 zeigt die Galerie
Gilla Lörcher I Contemporary Art Berlin mit der Ausstellung
„Die BLAUE KLINGE“ die neue Einzelausstellung der 1980
in Hannover geborenen Künstlerin IRIS MUSOLF.

Im Vordergrund der Ausstellung steht das Thema der
Kommerzialisierung von Schönheit und Sexualität.

Präsentiert werden die jüngst entstandenen Love Doll
(Sexpuppen)-Skulpturen der Künstlerin und die Videoarbeit
„Becoming it“. Die ausgestellten Arbeiten beschäftigen sich
mit der Darstellung und der Aufbrechung von idealen
Schönheitsvorstellungen und damit verbundenen,
idealisierten sozialen Normen. Die Frage, was steckt hinter
der kommerziellen Bildsprache, die uns alltäglich in den
Medien begegnet, (oder mit den Worten von IRIS MUSOLF:
„Was steckt unter der sauberen Plastikwelt der glatten
Oberflächen?“), ist eine zentrale Frage für das Verständnis
der ausgestellten Kunstwerke.

Artist statement IRIS MUSOLF: „Mich fasziniert die
Funktionalisierung des Körperkultes. Wir sind umgeben von
der Anbetung für den unwirklichen Körper und der
Simulation von Lust. Ich frage mich warum: Um zu
verschleiern? Um das Rauschhafte, Enthemmte, den Ekel
vor dem Leib und das Ekstatische zu verbannen?

Pornografie ist aus meiner Sicht sicherlich ein Teil davon.
“Sex sells. Das ist die Rechtfertigung für alles. Jede
Industrie ist Sexindustrie”, so hat es Laurie Penny
formuliert. Meine Arbeit ist Ausdruck eines gefühlten
kulturellen Traumas, dessen Symptom der Körper ist. Er ist
kommerzielle Ressource und industrielles Produktionsmittel.

Pornografie verstehe ich als übersteigerte Lust an
reibungslosen Abläufen, in denen das intime körperliche
Erleben in den Dienst eines Produktionsablaufes zur
Gewinnmaximierung gestellt wird. Während dessen
verschwinden die Differenzen dieser Körper und werden zu
stilisierten Bildoberflächen. Der menschliche Körper wird
unter der Verwendung von technischen Möglichkeiten als
saubere Folie für kommerzielle Zwecke benutzt.“
Eine Ausstellung, die in ihrer Radikalität und
Kompromisslosigkeit absolut bemerkenswert ist. Sie spiegelt
nicht nur die Entwicklung der jungen Künstlerin IRIS
MUSOLF wider, sondern rückt ebenso gesellschafts- und
kulturkritische Themen in den Mittelpunkt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in der Edition Galerie
Gilla Lörcher mit einem Gespräch zwischen Candice Breitz
und Iris Musolf.

Im gerade frisch erschienen Buch "Kunst? Ja, Kunst!" von
Jean-Christophe Ammann (erschienen im Westend Verlag)
wird auch die künstlerische Arbeit von Iris Musolf in einem
längeren Beitrag hervorgehoben.