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13.05.2013 – 28.06.2013

Fragmente in Tinte

Tinte ist eine gefärbte Flüssigkeit die mit Federkielen, Pinseln und Füllfederhaltern vorzugsweise auf Papier aufgetragen wird.

Mit Tinte wurden und werden literarische Kunstwerke geschaffen, im asiatischen Raum besitzt die Kalligrafie eine kultische Bedeutung und in den Kulturen des Mittelmeeres wurden die religiösen Grundwerte unserer Gesellschaften mit Tinte aufgezeichnet und vervielfältigt.

Nun scheint die Benutzung von Tinte der Fotografie zu widersprechen, denn was geschrieben gesteht, braucht nicht mehr mit Licht geformt zu werden.

Marita Blauth benutzt Tinte nicht zur dauerhaften Dokumentation von Schrift, sie verbindet Tinte mit anderen Flüssigkeiten, lässt sie ihre Wege gehen. Marita Blauth dokumentiert diese Pfade und Strukturen, gibt dem kurzen Moment ihres Bestehens ein Gesicht und lässt die Form lebendig werden.

Es entstehen Gemälde, Bilder, Figuren, Welten, einmalig, flüchtig, scheinbar nicht wieder zu holen. Einen Moment der Vergangenheit, der für immer aus den Augen des Betrachters zu verschwinden scheint.

Doch ihre Bilder werden auf Papier und Leinen mit einem Strahl aus Tinte wieder in die Gegenwart zurück geholt, der Betrachter kann den flüchtigen Moment der Veränderung in dem sehen, aus dem es entstanden ist, Tinte.