Joachim Lapôtre, Nature Morte, Photography
Wir laden Sie herzlich zu der Eröffnung der Ausstellung Nature Morte von Joachim Lapôtre ein.
Eröffnung: 21 Mai 2010, 19:00, Gastgeber an diesem Abend ist Joachim Lapôtre Ausstellung: 24 Mai - 1 Juli, 2010
In Lapôtres Fotografien ist nichts still: sie verändern und entwickeln sich ständig weiter in dem sie unsere eigene Veränderung, die unserer Zeit, unserer Gegensätze und Widersprüche reflektieren. Konsumorientiertes Denken, Eitelkeit, moralische Werte und ästhetische Prinzipien, Lapotre führt alles hin zu einer beispielhaften Zerstörung, einem langsamen und prächtigen Tod, bevor er scharfsichtig das Ensemble wieder auferstehen lässt. Im Alter von 30 Jahren entwickelt sich Joachim Lapôtre, nicht nur im Hinblick auf sein Kult-Triptychon «Offerings» zu einem der vielversprechendsten Talente weltweit.
~Mary-Noelle Dana
Die Bildersprache der Werbung hört niemals auf Unsterblichkeit mit Abbildern ewiger Jugend nachzuahmen, das Licht des Lebens mit Glanz und Luxus, Schlichtheit mit Überfluss und Anhäufung von Gütern. Der präsentierte Gegenstand ist Zeichen für Reichtum, man kann ihn kaufen, aber dennoch gestattet es uns nicht seine Aneignung. Um einen Gegenstand uns eigen machen zu können, muss er begleitet sein von Gefühlen, er muss ein Merkmal für ein emotionales Erlebnis sein.
Joachim Lapôtre präsentiert uns beseelte Stilleben. Er lädt uns dazu ein, uns vor Gegenständen des Alltags innezuhalten die für unsere Wahrnehmung zur Routine geworden sind. Es geht darum, sie sich abzugewöhnen um das Erstaunen wiederzufinden, das den Gegenständen ihre wertvollen und lebendigen Eigenschaften verleiht. Sie alle sind mit Gefühlsempfindungen des Alltag verbunden. Bisher waren sie nur einfache Gegenstände, jetzt nehmen sie den Status einer Reliquie an. Das Stillleben wird zur Grabstätte des Alltags, vom Eigentum und von den Eigenheit des Verstorbenen begleitet. Die Gespenster der Erinnerung, die wir mit dem geliebten Menschen teilen, können sich dann von diesen auf dem Altar dargebotenen Opfergaben ernähren. Es handelt sich hier nicht um Nostalgie, sondern um ein Ritual, das dem Alltäglichen, Flüchtigen, Vergänglichen etwas Sakrales verleiht; vielleicht macht es den Sieg über den Tod und die Spuren der Zeit möglich.
~Nicolas Bernhardt