Lenadro Quintero
Die schroffe Ironie, direkte Schlichtheit und der verrenkte Reiz Leandro Quinteros meth-ästhetischer visueller Collagen gehen der Spur einer früheren Generation von „Neurezipienten“ wie David Lynch, Juergen Teller oder Wolfgang Tillmans nach. Die Neuformulierung der Kamera, wie ein Schlüsselloch zu einem privaten Raum, in dem sie unheimliche Details erspähen.
Die Bilder in Quinteros erster Einzelausstellung in Berlin, die Podbielskiy Contemporary in Zusammenarbeit mit der online-Galerie auriga.co zeigt, ordnen sich harmonisch in einem poetischen Dialog miteinander an und zeigen weder Dogma, noch Philosophie oder Methode, nur sein „geistiges Auge“.
Das göttliche Auto, das erleuchtete Auge, der endlose Flur, jener versenkte Stoff sind einige der „Genius Loci“, die der Künstler vorstellt. Seine Objekte und Orte besitzen eine metaphysische Präsenz und offenbaren eine Vergeistigung des modernen Lebens, die uns sowohl physisch als auch in unserem Bewusstsein näher an Objekte, Orte und Menschen bringt.
Im Vorderraum der Galerie spürt man einen Hauch von Einsamkeit, Terror und Düsternis, der schweifende Blick Quinteros. Beim Umherschauen fühlt man sich verloren.
Im hinteren Raum dominieren die Vertikalität und emporsteigenden Linien seiner Symbole, als versuchten sie, einen Fluchtweg zu finden.
Diese Elemente sind ein Teil dessen, was Joseph August Lux als „Seelenbilder“ bezeichnete. Die Macht dieser Seelenbilder speist sich auch aus der Tatsache, dass sie das „äußere Lebensbild“ und eine „innere seelische Verfassung“ verknüpfen. Solche Spuren der Vergangenheit sprechen die moderne Welten an und helfen uns, einen Bruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen.
Leandros schwierige Aufgabe besteht darin, sehen zu können. Seine Originalität zeichnet sich durch eine natürliche und unverbrauchte Bescheidenheit aus.