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08.02.2013 – 16.03.2013

Ausstellung »Agata Madejska«

Agata Madejska findet ihre Bildmotive im urbanen Raum.

Sie isoliert in ihren fotografischen Serien architektonische
Strukturen – beispielsweise Denkmäler und
Spielplatzobjekte, wie Rutschen oder Schaukeln – von dem
Stadtraum, der diese umgibt. Ihre sehr präzise und
langsame Arbeitsweise – Madejskas Werkgruppen umfassen
kaum mehr als zehn Fotografien und entstehen über
mehrere Jahre hinweg – spiegelt die Perfektion ihrer
Bildsuche und -behandlung. Fast wissenschaftlich nähert
sich die 1979 in Warschau geborene Künstlerin einem
Thema. Sie recherchiert, macht Skizzen und Notizen und
sucht lange, bis sie ihre Bildmotive gefunden hat. Ein fast
konservativ wirkendes, dabei dezidiert künstlerisches
Verständnis des fotografischen Mediums ist in ihren
Arbeiten erkennbar. Alle Aufnahmen entstehen analog,
ohne künstliches Licht, unter Einbeziehung der natürlichen
Witterungen. Ideogram (2007–2009) – eine Serie von acht
Bildern, die jeweils ca. 60 x 45 cm – fotografierte Madejska
bei grauweiß bedecktem Himmel. Die Serie zeigt
Hochhäuser, die durch die Konzentration auf die oberen
Gebäudeteile von dem Stadtraum isoliert wirken. Alles
Störende ist ausgespart. Diese Porträts von Gebäuden sind
kühl und zart zugleich. Sie haben eine stark zeichnerische
Ästhetik, ähnlich einer Architekturskizze, und werden allein
durch die Streben der Glasfassaden strukturiert. Farblich
sind die Aufnahmen fast monochrom. Eine Rücknahme der
Farbigkeit findet sich in allen Arbeiten von Agata Madejska,
auch ihrer neuesten, 2010 begonnen Serie The Order of
Solids. Erneut grenzt Madejska ihre Bildmotive –
Denkmäler, Skulpturen und Springbrunnen - von der
Umgebung ab. Die bilddominierenden Objekte des
öffentlichen Raumes können in der Abstraktion der
Darstellung zum Teil erst durch den schmalen Bildrand, in
dem Häuser und Bäume zu sehen sind, entziffert werden.

Sie interessieren Madejska in ihrer Funktion als
Projektionsflächen eines kulturellen Kontextes und können
als eine übermächtige und gleichzeitig abstrahierende
Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer
Repräsentation verstanden werden. The Order of Solids
verdeutlicht darüber hinaus Madejskas Interesse und ihre
Hinwendung zur Skulptur, zur Dreidimensionalität sowie ihr
Verständnis von Fotografie als Ausgangs- aber nicht
Endpunkt ihres künstlerischen Schaffens. In der
Präsentation der Bilder versucht sie stets ihren Bildraum
skulptural zu erweitern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es
sich wie in der neuesten Entwicklung ihrer Arbeiten
tatsächlich um Objekte im Raum handelt oder ob sich dieses
spezifische Interesse für den Raum in der Rahmung der
Bilder ausdrückt. Die Präzision ihres Arbeitens zeigt sich in
ihrem gesamten Werk – in der Stringenz des Motivs und der
Kontrolle des Abzuges, der Präsentationsform und der
Installation. Text: Lisa Marei Schmidt
Agata Madejska, 1979 in Warschau geboren, lebt und
arbeitet in London und Essen. Sie studierte an der Folkwang
Universität der Künste in Essen und am Royal College of Art
in London. Im vergangenen Jahr erhielt sie das
Förderstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie ein
Stipendium der Kunststiftung NRW für eine
monographische Publikation. In der kestnergesellschaft
Hannover war sie an der Ausstellung 'MADE IN GERMANY
ZWEI' beteiligt. Zeitgleich zur Ausstellung in Stuttgart sind
Madejskas Arbeiten auch in 'Twisted Entities.

Zeitgenössische polnische Kunst' im Museum Morsbroich
Leverkusen zu sehen.