Die Reise nach St. Petersburg - Benefiz-Ausstellung für 'Pussy Riot'
In China wird der Künstler Ai Weiwei drangsaliert, in
Russland sind es andere – zum Beispiel die Frauen der
Punkrock-Band Pussy Riot.
Der Prozess gegen Maria Alyokhina, Yekaterina Samutsevich
und Nadezhda Tolokonnikova mit der am 17. August 2012
ergangenen Verurteilung der Aktions-Künstlerinnen zu zwei
Jahren Straflager, war eine entlarvende Farce und ein an
obszöner Machtdemonstration kaum zu überbietender Akt
der Willkür.
Der Umstand, dass die Strafe für Yekaterina Samutsevich
am 10. Oktober zur Bewährung ausgesetzt wurde, nimmt
diesem politischen Schauprozess nichts von seiner
skandalösen Missachtung jeglicher Rechtsstaatlichkeit und
ändert nichts an der Lage von Maria Alyokhina und
Nadezhda Tolokonnikova, die inzwischen in als besonders
übel bekannte Straflager eingewiesen wurden.
Die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks, so irritierend er
sein mag, ist auch die Grundlage der Arbeit eines Galeristen.
Ist diese Freiheit bedroht, gefährdet dies unsere
vermittelnde und fördernde Aufgabe in gleichem Maße.
Deshalb haben wir uns – auch um das Thema auf der
Tagesordnung zu halten – dazu entschlossen, unsere für
Mitte Oktober bis Mitte Dezember 2012 geplante
Ausstellung zu verschieben und stattdessen eine Benefiz-
Ausstellung zugunsten von Pussy Riot zu organisieren.
Mit mehr als 70, zum Teil in Petersburger Hängung
präsentierten Werken von elf Künstlern – Abetz & Drescher,
Wiebke Bartsch, Selket Chlupka, Claus Feldmann, Yago
Hortal, Wolfgang Neumann, Tim Plamper, Fernando M.
Romero, Snapple und Franziska Strauss – ist Die Reise nach
St. Petersburg die mit Abstand umfangreichste Ausstellung,
die wir je gezeigt haben.