Von Guten Hirten und Planeten
Manchmal muss man warten oder sitzt mit Freunden an einem Tisch und plötzlich tun sich Geschichten auf. Direkt vor einem an der Wand, im Geländer, auf der Tischplatte.
Dramen spielen sich ab, unbeobachtet, Gesichter blicken einen an, erwartungsvoll, Planeten sinken in Meere und Schiffe kämpfen gegen die Wellen.
Rainer F. Steußloff beobachtet seine Umgebung, lange und intensiv und entdeckt diese Geschichten. Eine Fotoreportage, nicht in der ersten, zweiten, dritten Welt, sondern direkt vor uns. Schon seiner ersten Ausstellung bei Extro zeigte er Bilder von Kampf gegen die Schneemassen.
Überleben von Pflanzen und Kräutern unter einer dichten Schneedecke. Filigran herausgearbeitete Einzelschicksale gefasst in schwere goldene Schmuckrahmen. Wie eine Ehrung für das Überleben nach der dunklen Jahreszeit.
In dieser Ausstellung werden zwei Farben, Märchen und Präsentationsformen gegenüber gestellt. Auf der einen Seite in Grüntönen die des Guten Hirten, der seine Schafherde gegen die Unbilden des Lebens verteidigt. Nicht gerahmt, sondern wie hingeworfen, Papiere auf Holz, alt, schmutzig, mit Reiszwecken angepinnt oder am klebrigen Harz hängen geblieben.
Auf der anderen Seite Planeten, versunken im Meer,
Riesenräder im Sturm. Großformatig aufgezogen. Mit den Kommentaren der Besucher versehen werden sie zu Einzelstücken, zu persönlichen Erfahrungen.