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ŻAK | BRANICKA

Worte und Farben
(25.11.2017 - 10.02.2018)




Galeriedetails
Kontakt:   
 
          ŻAK | BRANICKA
          Monika Branicka
 
          Lindenstr. 35
          10969 Berlin
          Deutschland
 
Telefon:   
493061107375
Fax:   
 
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Galerie:   
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Die Adresse der Ausstellung lautet:
 ŻAK | BRANICKA
Lindenstr. 35
Tel.:493061107375
 10969 Berlin

Beschreibung der Ausstellung:
 Vernissage: Freitag, 24. November 2017 von 18.00 bis 21.00 Uhr

ŻAK | BRANICKA ist hocherfreut, die Ausstellung Worte und Farben von Jarosław Kozłowski vorzustellen – die erste Einzelausstellung und zugleich der Beginn seiner Kooperation mit der Galerie.

Kozłowski ist eine Legende der polnischen Konzeptkunst. Bereits lange vor der Wende öffnete sich in seinem Atelier ein Fenster in den Westen Europas: Anfang der 1970er Jahre gründete er das Künstlernetzwerk NET mit über 350 internationalen Künstlern (das auch das Interesse der Geheimdienste weckte) und war zentraler Protagonist der Fluxus-Bewegung in Polen. In der von ihm gegründeten Galerie Akumulatory 2 (1972–89) veranstaltete er 1977 ein Fluxus-Festival und stellte Künstler wie Richard Long, Reiner Ruthenbeck, Franz Erhard Walther, Victor Burgin, Douglas Huebler und andere aus.

In seinem Werk setzt sich Kozłowski von Beginn an mit Begriffen wie Raum, Zeit, Logik und Sprache auseinander. In der Ausstellung Worte und Farben in der Galerie ZAK | BRANICKA präsentiert er nun eine Auswahl an Werken der letzten fünf Dekaden. Der trockene, emotionslose Titel der Ausstellung spiegelt jene analytische, für die Konzeptkunst typische Strategie wieder, die sich mit Vorliebe nur auf die Benennung von Fakten beschränkt. Nun offenbart die Knappheit der Mittel doch zahlreiche visuelle Anreize und der Inhalt der Ausstellung überrascht: im Schwerpunkt liegt Farbe und deren Wahrnehmung, wie bereits vor hundert Jahren in der Kunstgeschichte üblich. Somit werden die Vorurteile, die der Begriff der Konzeptkunst mit sich bringt, von Kozłowski ironisch widerlegt.

Die berühmte Arbeit Wandmalerei wurde bereits vor knapp 40 Jahren in der Galerie René Block in Berlin ausgestellt. Es sind mehrere verschiedenfarbige Tafeln aus Papier oder Raufasertapete. Die Tafeln sind Farbmuster von Wänden, die Kozłowski persönlich um 1979 in verschiedenen Wohnungen in Posen, Berlin und London – wie ein typischer Handwerker – gestrichen hat. Die Arbeit wurde damals tarifgemäß pro Quadratmeter von dem jeweiligen Auftraggeber bezahlt. Die tatsächlichen Originale sind also die farbigen Wände (fraglich bleibt, ob diese wohl noch existieren), die Tafeln sollen lediglich Farbmuster sein. Kozłowski stellte damit die Malerei als kreativen Akt des Künstlers in Frage.

In einer anderer Arbeit Ästhetikübungen von 1976 untersucht Kozłowski die Zusammenhänge zwischen Bild und Wort: „59 verschiedene Farbmuster werden ästhetisch gleich beurteilt: ‚weder schön noch hässlich’. Diese Formulierung wählte auch Marcel Duchamp, als er beschrieb, dass er seine Readymades nach dem Kriterium der ästhetischen Indifferenz ausgewählt hatte. Bei Kozłowski sind die Farben keine Malerei mehr, sondern neutrale Readymades, selbstreferenziell und resistent gegen traditionelle oder auch sozialistische ästhetische Vorstellungen, wodurch sie ihre künstlerische Autonomie manifestieren. [...] Bei den Readymades von Duchamp war die schöpferische Tätigkeit des Künstlers im Grunde schon auf einen sprachlichen Deklarationsakt reduziert, Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk fallen zusammen. Auch die „Specific Objects“ der Minimal Art und die „Brillo Boxes“ von Andy Warhol negieren Autorschaft, Originalität und Repräsentation und stellen dafür die Idee in den Vordergrund, die schließlich in der Konzeptkunst zur zentralen Formulierung wird und das Kunstwerk als Objekt überflüssig machen soll. Stattdessen wird die logische Struktur der Sprache zum Repräsentationsmodell für die Wirklichkeit und damit zur Grundlage von Wahrnehmung und Erkenntnis.“ (Björn Egging)

Man muss aber weder von Duchamp noch von Warhol jemals gehört haben um die Wirkung, die weit über den Kontext der Kunst hinaus reicht, deutlich erkennen zu können. Wie damals, als Kozłowski 1982 in der Akumulatory 2 Galerie eine Wand grün strich und mit roter Farbe drauf schrieb: „Die grüne Wand ohne einen bestimmten (zum Beispiel politischen) Kontext.“ Für die Geheimdienste genügte das um die Ausstellung nach einem Tag zu schließen. Die gleiche Arbeit – nur in grau – die wiederum kurz nach der Wende in The New Museum of Contemporary Art in New York (1990) gezeigt wurde, sorgte für einige, politische Kommentare über die graue Wirklichkeit hinter dem Eisernen Vorhang. Wie frei von jeglichem (auch politischem) Kontext Kunst sein mag, das untersucht er in der Arbeit News Games, für die er internationale Zeitungen mit verschiedenen Farben übermalte und gefaltet in weiße Papiertüten steckte. „Hier praktiziert Kozłowski eine Anti-Malerei auf einer Meta-Ebene, die es ihm erlaubt […] ein Höchstmaß an künstlerischer Autonomie zu erlangen. Diese Freiheit ist für ihn bis heute die Voraussetzung für eine kritische Distanz zu den politischen Verhältnissen.“ Dabei enthüllt er bereits seit knapp 50 Jahren die Denkstrukturen, mit denen wir und unsere Gesellschaft funktionieren. Nun liegt es in der Hand des Betrachters, zu entscheiden, was er mit dieser Erkenntnis anfängt. So wie im wahren Leben.




Jarosław Kozłowski wurde 1945 in Schrimm, Polen, geboren. Von 1963 bis 1969 studierte er Malerei an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Posen, wo er ab 1969 unterrichtete und von 1981 bis 1987 als Rektor tätig war. Von 1991 bis 1993 war er Kurator am Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Warschau. Er war ein Stipendiat The British Council in London (1979) und DAAD in Berlin (1984-85). Kozłowski hatte zahlreiche Einzelausstellungen, u. a. in der Galerie Foksal, Warschau (1972), im Muzeum Sztuki, Lodz (1994), im Künstlerhaus Bethanien, Berlin (1986), im Brno House of Arts, Brünn (2000), er war bei der 8. Sydney Biennale (1990) und der 27. Biennale von Sao Paulo (2006) vertreten. Seine Werke befinden sich in Sammlungen wie zB. MoMA in New York, MAM de São Paulo, oder Generali Foundation in Wien und anderen. Er lebt und arbeitet in Posen.

 
 Opening: Friday, 24 November 2017, from 6 to 9pm ŻAK | BRANICKA is delighted to present the exhibition Words and Colors with works by Jarosław Kozłowski – the artist’s first solo exhibition and likewise the beginning of his cooperation with the gallery. Kozłowski is a legend in Polish conceptual art. Already long before the Cold War period had come to an end, his studio opened a window towards Western Europe: in the early 1970s, he established the artist network NET with over 350 international artists (thereby also arousing the interest of the secret service) and was a central protagonist of the Fluxus movement in Poland. In 1977, he organized a Fluxus festival at the gallery Akumulatory 2 (1972–89) that he founded, exhibiting the artists Richard Long, Reiner Ruthenbeck, Franz Erhard Walther, Victor Burgin, and Douglas Huebler, among others. From the outset, Kozłowski has been dealing with concepts of space, time, logics, and language in his work. In the exhibition Words and Colors at the gallery ŻAK | BRANICKA, he is now presenting a selection of works from the past five decades. The dry, unemotional title of the exhibition reflects the analytical strategy characteristic for conceptual art, which shows a predilection for narrowing itself down to the naming of facts. The reduction of means indeed offers ample visual appeal, and the content of the exhibition is surprising: its focus is on color and the perception thereof, as was already a common theme in art history one hundred years ago. The prejudices associated with the notion of conceptual art are thus ironically refuted by Kozłowski. The famous work Wall Painting was already exhibited at the gallery René Block in Berlin almost 40 years ago. It consists of several different-colored panels made of paper or ingrain wallpaper. The panels are color samples from walls that Kozłowski had personally painted – like a typical craftsman – in various apartments in Poznań, Berlin, and London, around 1979. At the time, these commissions had been paid by the respective customers according to tariff, per square meter. Hence, the actual originals are the colored walls (though it is doubtful whether these still exist today); the panels merely present color samples. With his work, Kozłowski was thus calling painting into question as a creative act of the artist. In another work titled Exercises in Aesthetics from 1976, Kozłowski investigates the correlations between image and word: “59 varying color samples are evaluated aesthetically in the same way: ‘nor beautiful nor ugly.’ This phrasing was also chosen by Marcel Duchamp when he described that he had selected his readymades according to the criterion of aesthetic indifference. In Kozłowski’s case, the colors are not paintings, but readymades of equal value, self-referential and resistant to traditional aesthetic conceptions, through which they manifest their artistic autonomy. […] With Duchamp’s readymades, the creative act of the artist had basically already been reduced to a verbal declaration act, merging together object of utility and artwork. The ‘Specific Objects’ of Minimal Art and Andy Warhol’s ‘Brillo Boxes’ likewise negate authorship, originality, and representation; rather, it is the idea that is foregrounded, which finally becomes the central formulation in conceptual art and renders the artwork as object superfluous. The logical structure of language is moreover turned into a representational model of reality, and thus the foundation of perception and realization.” (Björn Egging) One does not have to be familiar with either Duchamp or Warhol, however, in order to clearly recognize the effect, which extends far beyond the context of art. Just like when in 1982, Kozłowski painted a wall in green at the gallery Akumulatory 2, and wrote upon it with red color: “The green wall without any certain (for example political) context.” For the secret service, this was enough to have the exhibition closed the next day. The same work – only in grey color – that was shown at the The New Museum of Contemporary Art in New York (1990) shortly after The Wende in turn caused a stir and induced several political commentaries on the grey reality behind the Iron Curtain. The issue concerning how freed of context (including political context) art can be is investigated by Kozłowski in his work News Games, for which he overpainted international newspapers with different colors, and folded and tucked them into white paper bags. “Here, Kozłowski is undertaking a form of anti-painting on a meta level that allows him to attain a high degree of artistic autonomy […]. Up to this day, for Kozłowski, this liberty is the prerequisite to keeping a critical distance from the political conditions.” Kozłowski unveils the thought patterns through which we and our society function. It is now in the hands of the beholder to decide what this realization means to him or her. Just like in real life. Born in 1945 in Srem. In the years 1963-1969, he studied painting at the State Graduate School of Visual Arts in Poznań, where he has also taught since 1967. In the years 1981-1987, he served as the academy`s rector. In 1991-1993, he was programming curator of the gallery and collection of the Centre for Contemporary Art Ujazdowski Castle in Warsaw. Fellowships with The British Council in London (1979) and DAAD Berlin (1984-85). His work has been shown in several museums and institutions such as Galerie Foksal, Warsaw (1972), Muzeum Sztuki, Lodz (1994), Künstlerhaus Bethanien, Berlin (1986), Brno House of Arts, Brno (2000),) 8. Sydney Biennale (1990) and 27. Biennale São Paulo (2006) among others. His work is a part of several international collections such as the MoMA in New York, MAM de São Paulo, Generali Foundation, to name a few. He lives and works in Poznań.



ŻAK | BRANICKA

 
   
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