Galerien
  KŁnstler
  Stšdte
  Gutachter
  Ausstellungssuche
 
  Diskussionsforum / Whiteboard
 
   
 
 



Neu auf galerie.de:

KARAK Art Lab & Galerie
50735 Köln
[ 03.11.2020 ]

Yoga ¬į Galerie ¬į Rees
46459 Rees
[ 20.10.2020 ]

Pulpo Gallery
82418 Murnau am Staffelsee
[ 12.10.2020 ]

Galerie Schneider
76228 Karlsruhe
[ 09.10.2020 ]
 
Kunstverein Neukölln

Kunst als Segen
(27.06.2015 - 26.07.2015)




Galeriedetails
Kontakt:   
 
          Kunstverein Neuk√∂lln
          Martin Steffens
 
          Mainzer Str. 42
          12053 Berlin
          Deutschland
 
Telefon:   
03056821964
Fax:   
 
E-Mail:   
Kontaktformular
Galerie:   
Link
   


Die Adresse der Ausstellung lautet:
 kunstraum t27
Thomasstr. 27
Tel.:03056821964
 12053 Berlin

Beschreibung der Ausstellung:
 Kunst als Segen

Helen Acosta ‚ÄĘ Ervil Jovković ‚ÄĘ J√∂rg Lange ‚ÄĘ Hildegard Skowasch ‚ÄĘ
Matthias Schamp ‚ÄĘ Stoll & Wachall

27. Juni bis 26. Juli 2015  

√Ėffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 15.00 bis 19.00 Uhr

Freitag, 26. Juni 2015, 19.00 Uhr
Vernissage und Start der Kunstlotterie

Sonntag, 27. Juli 2014, 19.30 Uhr
Finissage mit K√ľnster_innengespr√§ch und Auslosung der Kunstlotterie



Kunst als Segen ‚Äď eine Ausstellung im Rahmen des Kunst- und Kulturfestivals ‚Äě48 Stunden Neuk√∂lln‚Äú (S.O.S. Kunst rettet die Welt)

Bei all den Bestimmungen um das Wort "Retten" kann man nicht umhin, an existentielle Grunderfahrungen wie Verletzbarkeit und Heilung oder auch an Erl√∂sung zu denken. So ist auch der Segen ein religi√∂ses Ritual, durch das man Anteil an g√∂ttlicher Kraft ‚Äď welche auch immer ‚Äď erlangen kann. Kreuzzeichen, Handauflegen sowie Besprengen mit Weihwasser sind bekannte Formen im Christentum, mit denen auch die K√ľnstler der Ausstellung arbeiten. Aber was kann ein religi√∂ses Symbol sein, wenn es in einem k√ľnstlerischen Kontext verwendet wird? Religi√∂se Zeichenvorr√§te werden von zeitgen√∂ssischen K√ľnstlern in ihre s√§kulare Sprache √ľbersetzt und damit wird auch das religi√∂se Fundament unserer Kultur reflektiert. Vermehrt gibt es Tendenzen, Kunst mit spiritueller Kraft aufzuladen. Man denke nur an die j√ľngste Performance "512 Hours" von Marina Abramovic, bei der die Betrachter in einem leeren Raum mit der K√ľnstlerin in quasi religi√∂ser Konzentration und Versenkung gelangen sollen. Sinn und Segen wird gesucht, wird er auch in der Kunst gefunden? Das geschieht sicherlich nicht, wenn die Kunst auf einen Sockel gehoben wird, auf dem sie √ľber jede Kritik und Reflexion erhaben ist. Sie sollte vielmehr Erfahrungsm√∂glichkeiten und Urteilsfindungen erm√∂glichen.


Helen Acosta pr√§sentiert eine Segnungsmaschine bzw. Benediktierger√§t ‚Äěf√ľr jeden Haushalt‚Äú Mit Hilfe eines Knopfes wird ein Mechanismus ausgel√∂st, der von innen einen wei√üen Lichtstrahl in Form eines Kreuzes ‚Äď erst von oben nach unten, dann von links nach rechts ‚Äď auf die Stirn des Benutzers wirft und ihn dadurch segnet. Hintergrund dieser Erfindung ist ein Brauch aus ihrer Heimat Gran Canaria: Dort werden Menschen zum Schutz gesegnet und mit Kraft ausgestattet, bevor sie aus dem Haus gehen.

Ervil Jovković verwendet in seiner Serie YAD (hebr√§isch: Hand) Handsymbole aus dem muslimischen, dem christlichen und dem j√ľdischen Volksglauben. Jeder dieser drei Buchreligionen widmet er eine Zeile von zehn Polaroids in seiner dreireihigen Bildserie. Einige dieser (original) Polaroids √ľberarbeitet er mit dem Siebdruckverfahren. Dabei greift er Symbole der muslimischen Hamsa (arabisch: f√ľnf), der mano poderosa (spanisch: m√§chtige Hand) aus dem christlichen Mexiko sowie der Hand der Mirjam aus dem Judentum auf. So verschr√§nken sich Symbol und konkretes Abbild, modernes und traditionelles Bildgebungsverfahren, Unikat und Multiple. Die Polaroids werden zu individuellen Schutzk√§rtchen, √§hnlich den Heiligen- bzw. Segensk√§rtchen des Volksglaubens.
In der Arbeit SPEICHER macht er das dokumentarische Foto eines Weihwassertanks der Gebetsst√§tte ‚ÄěMaria zum Sieg‚Äú in Wigratzbad zum Szenenbild seiner Installation. Dem Beobachter f√ľhrt es so die reale Wirkmacht vor Augen, die ein solcher spiritueller Ort f√ľr seine Anh√§nger haben kann, auch wenn der Au√üenstehende ihn als Skurrilit√§t wahrnimmt.

J√∂rg Lange wurde von einem Aphorismus des Hippokrates inspiriert: W√§hrend der Ausstellungszeit l√§sst er zwei Gebetskerzen ‚Äěkonkurrierend‚Äú abbrennen. Auf der einen steht in goldenen Lettern VITA BREVIS (das Leben ist kurz), auf der anderen ARS LONGA (die Kunst ist lang). Es wird sich zeigen, welche der beiden Maxime sich brennend best√§tigt oder sich vor der anderen in Rauch aufl√∂st.

Hildegard Skowasch zeigt Schrift-Bilder aus farbig glasierter Keramik. Als Quelle dienen ihr bekannte Phrasen und Wortsequenzen, auf welche sie in besonderer Weise aufmerksam machen m√∂chte. Die in der Ausstellung inszenierte Zusammenstellung zweier Gebetsformeln l√§sst den hintersinnigen Witz der K√ľnstlerin erkennen.

Matthias Schamp greift in einer Besucheraktion das Ph√§nomen des "Selfies‚Äú auf und √ľberspitzt dieses in seinem Angebot der Selbstheiligung: Die Besucher k√∂nnen sich selbst vor einem goldenen Heiligenschein fotografieren. Sein Kunstwerk (aus goldgelb frittierten Pommes) dient nicht mehr der Betrachtung sondern als Hintergrund zur Selbstinszenierung.

Das K√ľnstlerduo Stoll & Wachall reflektiert in poetisch experimenteller Bildsprache
die Frage nach der Identit√§t des Menschen in einer √ľbermedialisierten Gesellschaft. In der Videoinstallation "WELTSCHMERZ made in Germany" ¬†inszenieren sich die K√ľnstlerinnen als Dienstleisterinnen f√ľr das verloren gehende Gef√ľhl des Weltschmerzes, welches von der Last des Irdischen und der damit einhergehenden Erl√∂sungssehnsucht gepr√§gt ist.

Kuratiert von Susann Kramer und René Moritz



Kunstverein Neukölln

 
   
Die rechtliche Verantwortlichkeit für den Inhalt der von den einzelnen Galerien bekanntgemachten Internet-Dokumente
liegt ausschließlich bei den jeweiligen Galerien. Online Now! übernimmt keinerlei Haftung für diese Dokumente.
© Priority AG