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Galerie Karsten Greve

LUCIO FONTANA Crosses
(08.09.2017 - 28.10.2017)




Galeriedetails
Kontakt:   
 
          Galerie Karsten Greve
          Bettina Haiss
 
          Drususgasse 1-5
          50667 Köln
          Deutschland
 
Telefon:   
02212571012
Fax:   
02212571013
 
E-Mail:   
Kontaktformular
Galerie:   
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Die Adresse der Ausstellung lautet:
 Galerie Karsten Greve
Drususgasse 1-5
Tel.:02212571012
 50667 Köln

Beschreibung der Ausstellung:
 Die Galerie Karsten Greve Köln freut sich besonders, mit Lucio Fontana – Crosses die erste Ausstellung auszurichten, die sich thematisch mit der Gruppe der keramischen Kreuze und Kreuzigungen von Lucio Fontana (1899 – 1968) ĂŒberhaupt befasst. Im Mittelpunkt der umfassenden PrĂ€sentation stehen ĂŒber 20 Werke, deren figurative Gestaltung auf Motive der christlichen Ikonografie zurĂŒckgeht.

Seit bereits 40 Jahren engagiert sich Karsten Greve fĂŒr das Werk Lucio Fontanas. Schon 1977 wurden in der Galerie Karsten Greve, damals in der Lindenstraße in Köln gelegen, dreißig Arbeiten von maßgeblicher Bedeutung ausgestellt, die sich heute grĂ¶ĂŸtenteils in wichtigen Museen, Stiftungen und Sammlungen befinden. Die Ausstellung Plastiken und Bilder 1953-1962 folgte 1980 und bot ebenfalls eine Zusammenstellung aus Concetti spaziali, Buchi und Tagli. 1994 fand eine umfassende PrĂ€sentation skulpturaler Werke in der Galerie Karsten Greve Paris statt. 2012 wĂŒrdigte eine Sonderausstellung mit dem Titel Io sono uno scultore e non un ceramista erneut das plastische Werk Fontanas, welches an zentraler Stelle innerhalb seines Oeuvres steht. Zahlreiche, von der Galerie herausgegebene Publikationen beleuchten wissenschaftlich fundiert das kĂŒnstlerische Schaffen Fontanas. Der aktuelle, ausstellungsbegleitende Katalog Crosses bietet einen umfassenden Überblick ĂŒber die vielfĂ€ltigen Darstellungen der Kreuzmotivik, veranschaulicht durch TextbeitrĂ€ge von Choghakate Kazarian, MusĂ©e dÂŽArt Moderne de la Ville de Paris, und Prof. Ugo Perone, Humboldt-UniversitĂ€t, Berlin.

Lucio Fontana verfolgt in seinem Schaffen ein primĂ€r plastisches Anliegen, welches sein kĂŒnstlerisches SelbstverstĂ€ndnis als Bildhauer begrĂŒndet. Beeinflusst durch die TĂ€tigkeit seines Vaters, der als Steinmetz auf die Fertigung von GrabmĂ€lern spezialisiert war, beteiligte sich Fontana zeitweise als Bildhauer in dessen Atelier. Ab 1935 fertigte er eigene keramische Plastiken, ab 1936 entstehen in Zusammenarbeit mit der Manufaktur SĂšvres Werke in Porzellan. Er begreift „Keramik als BemĂŒhung um die reine Kunst – Form, Farbe und vibrierendes Licht – antidekorativ, wenn man unter dekorativer Kunst etwas Dekadentes versteht.“

Bereits die frĂŒhen farbigen Anilinbilder, deren Komposition nicht nur durch den Farbauftrag, sondern durch leibhaftige Eingriffe in die IntegritĂ€t des BildtrĂ€gers bestimmt war, dienen ihm der Erforschung und Auslotung der DreidimensionalitĂ€t. So galt das Aufschlitzen und Durchstoßen als gestalterische Intervention unter BerĂŒcksichtigung der unmittelbaren konkreten, materiellen Gegebenheiten der Leinwand. Diese Verletzungen des traditionellen BildtrĂ€gers entsprechen einer radikalen Auffassung von Kunst, die seit 1947 von Fontanas Streben nach einer auf den Vorstellungen des Futurismus beruhenden Dynamisierung geleitet war. Schon in seinem Manifesto bianco von 1946 beschwor Fontana die Dringlichkeit der Aufhebung einer statischen, dem Stillstand verhafteten Kunst und propagierte stattdessen die Zeit und die Bewegung im Raum. Diese neue Ästhetik bestand fĂŒr ihn „in der Inbesitznahme des Raumes, in der Loslösung von der Erde, von der Horizontlinie, die Jahrtausende lang die Basis der Ästhetik und des ProportionsgefĂŒhls war.“ (Lucio Fontana).

1946 formierte sich um eine Gruppe von KĂŒnstlern in Mailand der Spazialismo, der auf der XXIV. Biennale in Venedig 1948 unter Neue Front der Kunst bekannt wurde. Diese Vereinigung vertrat die Ansicht, dass das traditionelle Bild bzw. der BildtrĂ€ger „alt“ und damit ĂŒberholt sei. Unbedingtes Ziel war es, das darstellende, reprĂ€sentative Bild bzw. Abbild aufzuheben und stattdessen die Raumerfahrung ĂŒber alles andere zu stellen, nĂ€mlich in der Zusammenwirkung von Zeit, Richtung, Klang und Licht.

In dynamischer Umsetzung der Einsicht, dass natĂŒrliche Elemente wie Partikel, Strahlen, Elektronen unkontrollierbar und mit gewaltiger Kraft auf OberflĂ€chen einwirken, vollzieht Fontana die Perforierung der „alten“ LeinwandoberflĂ€che mittels Schnitten und Löchern, um PlastizitĂ€t zu erzielen. Getragen von dieser Ambition, die Malerei in ihrer FlĂ€chigkeit und damit in ihrer illusionistischen, ĂŒber sich hinausweisenden Eigenschaft anzugreifen, fĂŒhren die revolutionĂ€ren Gesten Fontanas die DurchlĂ€ssigkeit der Leinwand herbei. Sie veranschaulichen ihre RĂ€umlichkeit als ein „von aller malerischen und propagandistischen Rhetorik“ befreites bzw. „sich frei entfaltendes, unbegrenztes Kontinuum“, so dass gleichwohl die Grenze zwischen Malerei und Skulptur aufgehoben und die Gattungen in einem reinen Concetto spaziale aufzugehen scheinen.

Zeitgleich mit den Neuerungen Fontanas innerhalb des Spazialismo, die raumbezogene, rein abstrakte Kunst voranzutreiben, entstehen figĂŒrliche Werke, wobei die Gruppe der Kreuze und Kreuzigungen den Hauptanteil bilden. Damit wird das Raumkonzept des Concetto spaziale auch auf thematisch gebundene Werke angewandt.

Die meisten der Kruzifixe und Kreuzigungen sind somit in der Hochphase von Fontanas BeschĂ€ftigung mit Raumkonzepten zwischen 1947 und Mitte der 1950er Jahre entstanden. Sein Beitrag zur XXIV. Biennale in Venedig 1948 bestand aus vier plastischen Werken, darunter die in dieser Ausstellung gezeigte Crocifissione (1948). Die Aneignung des Raumes mit expressiv-dynamischer Geste lĂ€sst sich in der aufstrebenden Bewegung der Figuren nachvollziehen, in der Aufwallung des drapierten Lendenschurzes Christi und den ausladenden Gewandfalten. Hier betreibt Fontana die „restlose Abschaffung des Volumens“ zugunsten einer rĂ€umlichen Öffnung und Ausdehnung in barocker Manier: Die Konfigurationen sind bis auf den markanten Umriss des Kreuzes in den turbulenten Verwirbelungen gleichsam aufgelöst, zu reiner, aerodynamischer Fluktuation und Geschwindigkeit abstrahiert, als Ausdruck des „Dramas der Kraft und der Bewegung“.

Die ausgestellten Arbeiten erscheinen somit als Ausdruck von Fontanas neuem raumgreifenden Ansatz und stehen zugleich im Zeichen einer ikonografischen Tradition, zu welcher Darstellungen von Kreuzigung, Kreuzabnahme, Himmelfahrt, Madonna mit Kind gehören. Sie faszinieren besonders dadurch, dass sie das Raumkonzept Fontanas auf betörend sinnliche Weise erfahrbar werden lassen: Durch den Schmelz der OberflĂ€che und die schillernde Farbgebung, durch die sich steigernde, anschwellende Form, welche die luftige, aufgewirbelte Umgebung der Figur einbezieht, verkörpern sie atmosphĂ€rische Ambienti spaziali, in welche die schnelle und spontane Bearbeitung der Tonmasse durch Schnitte und Schlitze sichtbar eingeschrieben ist. Das aufwĂ€ndige Modellieren weicht einer flĂŒchtigen Technik, die den Entstehungsprozess und das Vor- und Eindringen in den Raum selbst verbildlicht.

 
 Galerie Karsten Greve is pleased to announce Lucio Fontana. Crosses, presenting the first comprehensive exhibition dedicated entirely to a group of crucifixes from the ceramic works of Lucio Fontana, with 20 small-scale sculptures, whose figurative composition draws on motifs of Christian iconography, as its focal point. For more than 40 years, Galerie Karsten Greve has displayed the works of Lucio Fontana (1899 – 1968). It was in 1977 when Galerie Karsten Greve – at the time in its original Lindenstraße location in Cologne – first exhibited thirty works of seminal importance - found today in some of the most prestigious museums, foundations and collections. Soon after in 1980, the exhibition Plastiken und Bilder 1953-1962 presented a selection of Concetti spaziali, Buchi and Tagli. In 1994, Galerie Karsten Greve Paris extensively displayed FontanaÂŽs sculptural works before dedicating another comprehensive solo-exhibition titled Io sono uno scultore e non un ceramista to these in 2012, a body of work constituting a central element to the artist’s oeuvre. In its numerous publications the gallery also examines Fontana’s artistic output with academic rigour. The latest publication Crosses, accompanying the most recent exhibition and with texts by Choghakate Kazarian, MusĂ©e dÂŽArt Moderne de la Ville de Paris, and Prof. Ugo Perone, Humboldt-University, Berlin, provides a detailed overview of the range of depictions of cross-motifs in his work. Lucio FontanaÂŽs primary concern concentrates on three-dimensionality and spatial questions, substantiating his artistic self-conception as a sculptor. Influenced by his father’s profession as a stonemason and sculptor specialized in producing headstones and after temporarily working in his studio, Fontana began creating ceramic works in 1935. In 1936 he collaborated with the SĂšvres manufacture to produce porcelain works. Fontana described his conception of ceramics as “the endeavour to create pure art – shape, colour and oscillating light – anti-decorative, if one assumes decorative art to be decadent.” Fontana’s early chromatic aniline paintings, whose composition is not only determined by the application of colour but mainly through actual interference with the integrity of the surface of the image carrier, were a means for him to explore concepts of three-dimensionality. The way in which Fontana lacerates the traditional canvas is firmly anchored in a revolutionary understanding of art, which, being informed by Futurist ideals turns towards a radical dynamism after 1947. Already in 1946, Fontana underlines in his Manifesto bianco the need to eradicate all art that is static, to overcome the fixed and inert, advocating instead for the primacy of time and movement within space. This new aesthetic was defined by “seizing the space by disengaging with the earth and the horizon, two elements which for millennia had constituted the basis of aestheticism and proportion.”(Lucio Fontana). A group of Milanese artists, among whom Fontana played a leading role, founded the movement of Spazialismo in 1946, gaining wider recognition during the 1948 Venice Biennale. With the traditional painting or image carrier deemed as “old fashioned” by the artists and therefore obsolete, their objective was to abate the “virtual”, illusory space of pure depiction and establish the spatial experience in concordance with scientific findings in a synergy of time, direction, sound and light at its apex. Upon realizing that natural elements such as particles, rays or electrons impact surfaces uncontrollably and with great force, Fontana – in a dynamic execution of this knowledge and in order to achieve a distinctive plasticity - began piercing “old” canvases with cuts and holes. Led by this ambition to challenge painting in its flatness and thereby the ability of the representative image to transcend beyond itself, Fontana’s revolutionary gestures precipitate the permeability of the canvas, illustrating its interaction with space as a „continuum that unfolds freely und endlessly“, at the same time dissolving the line between painting and sculpture, as both media culminate in a consummate, an absolute Concetto spaziale. Concurrent with innovations to promote spatial and purely abstract art within Spazialismo, Fontana created figurative works, which were - for the most part - crosses and crucifixions. In them, he applied the spatial concept of the Concetto spaziale to thematically bound works. Fontana created most crosses and crucifixions during the height of his preoccupation with spatial concepts between 1947 and the mid-1950s. Lucio Fontana’s material contribution to the 1948 Venice Biennale was a set of four sculptures, among them the work Crocifissione (1948), also displayed in this exhibition. The appropriation of the space through expressive and dynamic gestures is visible in the upward movements of the figures, in the surging loincloth of Christ and in the expansive folding of the garments on his figures. Here Fontana attempted a “complete annihilation of volume” to allow for the opening and expansion of space in an almost baroque style: the configurations are, with the exception of the distinctive silhouette of the cross, dissolved in a turbulent structure, transformed into unadultered, aerodynamic fluctuation and speed, to then be abstracted as an expression of the “drama of movement.” The works exhibited in Crosses are therefore Fontana‘s expression of a new space-consuming approach to art and at the same time exist within a tradition of iconography that includes crucifixions, the deposition from the cross, ascent into heaven and Madonna with child. They exude a captivating energy as Fontana’s spatial concept becomes accessible in a tantalisingly sensual way. Their surface lustre and iridescent colouration, the voluptuous crescendo of expanding shapes, incorporating the airy surroundings of the figurines, acts as an embodiment of the atmospheric Ambienti spaziali, in which the fast-paced and spontaneous manipulation of the clay is visibly inscribed into the works through cuts and gashes. Transient technique takes the place of intricate moulding, visualising the process of creation and the encroachment of space itself.



Galerie Karsten Greve

 
   
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