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Alexander Ochs Projects

Yang Shaobin - ...Since 1999
(27.09.2013 - 11.01.2014)


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Galeriedetails
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          Alexander Ochs Projects
          Alexander Ochs
 
          Besselstr. 14
          10969 Berlin
          Deutschland
 
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Die Adresse der Ausstellung lautet:
 Alexander Ochs Galleries
Besselstr. 4
Tel.: +49 (0) 30 2400 86680
 10969 Berlin

Beschreibung der Ausstellung:
 Die Motive entnimmt er der Medienwelt; der scheinbaren Realität von Pressebildern gibt er durch seine Kompositionen wie auch durch seine Malweise einen nachgerade unwirklichen, überzeitlichen Rahmen. Yang Shaobin (*1963 in Tangshan/Hebei, China), einst Vorreiter des ,Zynischen Realismus‘, der sich jedoch früh von jener Strömung löste, gilt heute als einziger chinesischer Maler, der sich vollkommen vom natio¬nalen Kontext befreit hat. Sein Anspruch ist dezidiert zeitgenössisch, auch bei Rückgriffen auf die europäi¬sche Kunstgeschichte, die er in seine Gemälde mit einfließen lässt. Yangs Bilder sind Zeitgeschichte; er bringt die Welt auf die Leinwand.

1999, und dies ist der Bezug zum Titel dieser Ausstellung, zeigte Alexander Ochs erstmals Werke von Yang Shaobin, – im gleichen Jahr, in dem der Künstler bei der von Harald Szeemann kuratierten Biennale von Venedig große internationale Aufmerksamkeit erfuhr. Yangs blutrote Bilder (in Venedig im Zusammen¬spiel mit Sigmar Polke) waren verstörend: sie stellten wie zu Klump gehauene Menschen dar. Die Gesich¬ter zeigten keine realistische Exaktheit in der Wiedergabe der Motive sondern verschwommene oder verflüssigte Unbestimmtheit. Diese Unbestimmtheit vermochte Gewalt, Missbrauch, auch Verstümme¬lungen und geschwollene Monstrositäten ungleich deutlicher und eindrucksvoller zu verbildlichen als jeder Realismus.

Im Jahr 2000 schuf Yang eine Skulptur für die Gruppenausstellung De Waan in der psychiatrischen Klinik im niederländischen Venray. Diese Arbeit wie auch ein monochrom-rotes Gemälde, entstanden am Ende der 1990er Jahre, ergänzen als Leihgaben aus Berliner Privatsammlungen das kuratorische Konzept dieser Ausstellung.

2006 lud der Berliner Künstler und Regisseur Ralf Schmerberg 112 Persönlichkeiten aus aller Welt an ei-nen runden Tisch auf dem Berliner Bebelplatz ein. Unter den Teilnehmern waren die Kuratorin der Docu¬menta X, Catherine David, Bianca Jagger, der Filmemacher Wim Wenders und auch Yang Shaobin. An die¬sem ,Table of Free Voices‘ wurde einen Tag lang über die ,Probleme der Welt‘ diskutiert. Die Antworten Yang Shaobins aus dem Film, den Schmerberg hierzu machte, sind in dieser Ausstellung ebenfalls zu se¬hen.

Eine neue Aktualität und eine neue Art der malerischen Umsetzung seiner Themen zeigte das UCCA – Ullens Center for Contemporary Art in Peking im Jahr 2010: In der raumgreifenden, Gemälde-Installation Blue Room waren großformatige, tiefblaue Portraits von Politikern denen namenloser Bürger gegenüber gestellt und um astronomische Bilder der Erde ergänzt. Die Idee zu diesem Konzept der blauen Bilder entstand im Zusammenhang mit der UN-Klimakonferenz ein Jahr zuvor. Die Portraits sind gänzlich als Nahansichten gemalt, und ergeben mit ihren Blauschattierungen eine abstrahiertes Gesamtbild der Me¬lancholie in einem Gegenüber von Tätern und Opfern. Die Gewaltdarstellung ist nunmehr still und subtil. Sie ist in Yangs jüngsten Bildern gleichsam ,global‘ geworden.

Seine zeitgenössische Haltung hat Yang seit 1999 kontinuierlich behalten und weiterentwickelt. Heute malt er in anderer Weise als in seinen früheren, roten Arbeiten: Linien und Konturen sind weniger ver-schwommen, sie sind vergleichsweise klar. Nach wie vor arbeitet er meist mit breitem Pinsel und mit sicherem, großzügigem Gestus. Durch die Monochromie in seinen jüngsten Arbeiten erreicht der Künstler eine Zurückhaltung, die den Sujets entgegenzustehen scheint. Er überlagert mehrere Sujets innerhalb eines Bildes, wechselt zwischen Positiv und Negativ, ohne eine bildliche Tiefe zuzulassen. Mit der blauen Monochromie hat Yang eine Darstellungsform gefunden, die die innere Kraft seiner Bilder gerade durch farbliche Reduktion in der Wahrnehmung entscheidend zu steigern versteht.

Gewalt, Unrecht und Unterwerfung thematisiert Yang auch in den Werken dieser Ausstellung in der Galerie: so etwa Polizisten, behelmt und in Kampfmontur, wie sie auf Pressefotos im Zusammenhang mit den New Yorker ,Occupy Wall Street‘-Protesten zu sehen sind. Yang kombiniert die Darstellungen von Polizeigewalt mit Motiven der europäischen Kunstgeschichte vom Frühbarock (El Greco, Velazquez) bis zum 19. Jahrhundert; die Gesich¬ter, die gerade im Manierismus im besonderen Maße Verletzlichkeit ausdrücken, werden hier zu Allego¬rien der Unterdrückung inmitten ihrer Unterdrücker. Ganz anders erscheint der Kämpfer, der, bewaffnet, in wehrhafter und angriffslustiger Haltung eine ,rote Linie‘ überschreitet, anscheinend zu allem entschlossen.

Yang Shaobins Gemälde illustrieren, direkt oder subtil, gesellschaftliche Missstände und mögliche Reaktionen darauf, ohne jedoch plakativ zu sein und ohne sich auf die Situation in China zu beschränken. Die Überzeitlichkeit seiner neuen Kompositionen findet gerade in ihrer blauen Monochromie ihre kraft¬volle Aktualität.


Zuletzt nahm Yang Shaobin an der Ausstellung Chinese Expressionism im Shanghai Art Museum und im Haw Art Museum, Wenzhou, China, sowie bei der Sharjah Biennale 2013, Vereinigte Arabische Emirate, teil. Die Ausstellung Blue Room wurde bis zum Herbst diesen Jahres im Arken Museum im dänischen Ilshøj bei Kopenhagen ge¬zeigt.

 
 He takes his motifs from the world of the media, providing the apparent reality of press photographs a virtually unreal, timeless frame with his compositions and his way of painting. Yang Shaobin (*1963 in Tangshan/Hebei, China), once a pioneer of ‘Cynical Realism’, but who distanced himself early on from that movement, is today considered the only Chinese painter who has completely liberated himself from the national context. His approach is decidedly contemporary, even when referring to European art history, which he allows to flow into his paintings. Yang’s paintings are contemporary history; he brings the world to the canvas. Alexander Ochs showed work by Yang Shaobin for the first time in 1999, hence the title of the exhibition, the same year the artist received great international recognition at the Venice Biennale curated by Harald Szeeman. Yang’s blood-red paintings (in Venice seen alongside the work of Sigmar Polke) were disturbing: they depicted people beaten beyond recognition. Their faces did not reveal realistic exactitude, but a blurry, fluid uncertainty. This uncertainty was able to visualize violence, abuse, disfigurement, and swollen monstrosities much more clearly and impressively that any realism would. In 2000 Yang created a sculpture for the group show De Waan in the psychiatric clinic in Venray, Nether-lands. This work, as well as a red monochrome painting, created in the late 1990s and now loaned from private collections, complemented the curatorial concept of the current exhibition. In 2006 Berlin artist and film director Ralf Schmerberg invited 112 personalities from around the world to a round table at the Berlin Bebelplatz. Among the guests have been the curator of documenta X, Cathe-rine David, Bianca Jagger, film-maker Wim Wenders as well as Yang Shaobin. At this ‘Table of Free Voices’, ‘problems of the world’ were discussed for one day. Yang Shaobin’s answers, shown in a movie that Ralf Schmerberg created at this occasion, are on view at the current exhibition. In 2010, the UCCA – Ullens Center for Contemporary Art in Beijing showed a new contemporaneity and a new painterly approach to his themes. In the painting installation Blue Room large format deep blue por¬traits of politicians were placed alongside anonymous citizens and complemented with astronomic images of Planet Earth. The idea for these blue paintings emerged in the context of the UN Climate Conference a year before. The portraits are all painted in close-up, and result with their blue shading in an abstract overall image of melancholy, placing perpetrators and victims opposite one another. The depiction of violence is now quiet and subtle. In Yang’s most recent paintings, the depiction of violence has become ‘global’, as it were. Yang has continuously maintained his contemporary approach ever since 1999, developing it further. Now he paints differently than in his early, red works: lines and contours are not as blurred, but rather rela¬tively clear. Now as then, he usually works with broad brushstrokes and with a confident gesture. In his most recent works, the artist achieves a reticence with his monochromatism that seems appropriate for the subject matter. He overlaps several subjects within an image, shifting between positive and negative without admitting any visual depth. With this blue monochromatism, Yang found a form of representa¬tion that is able to amplify the inner power of his images by way of reduction. The works in this exhibition also explore themes of violence, injustice, and subjugation, as policemen wearing helmets and battle gear as familiar from photographs of the Occupy Wall Street protests. Yang combines depictions of police violence with motifs from European art history, from Early Baroque (El Greco, Velazquez) until the 19th century; the faces that in mannerism express vulnerability become allegories of oppression in the midst of the oppressors. A fighter presents himself in quite a different way, crossing a ‘red line’, armed and in a simultaneously defensive and aggressive pose, apparently all-too-resolute. Yang Shaobin’s paintings illustrate social problems in a direct or subtle way and possible responses, but without being too blatant or limiting itself to the Chinese situation. The timelessness of his new com-positions finds a powerful contemporaneity in their blue monochromaticism. Yang Shaobin’s work is currently on view at the exhibition Chinese Expressionism in Shanghai Art Museum and Haw Art Museum, Wenzhou, China, and the 2013 Sharjah Biennale, United Arab Emirates. The exhibition Blue Room has been shown at Arken Museum in Ilshøj near Copenhagen, Denmark, until fall this year.



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